Die Wüstungen Witteroda, Oberhohenfelden und Enzeroda

Manfred Oelke

Die Wüstung Witteroda liegt etwa 800 Meter nördlich von Hohenfelden am sogenannten Stadtweg nach Erfurt und am auslaufenden Südhang des Eichenberges. Die letzten sichtbaren Zeugen dieses einstigen Ortes – Reste der Gebäude und eine Quelle – wurden bei einschneidenden Meliorationsmaßnahmen erst Anfang der 80er Jahre beseitigt. Oberflächenfunde erbrachten bis jetzt Keramik und Eisengegenstände des 12. bis 15. Jahrhunderts, einen Meißner Groschen mit einer Prägezeit um 1400, aber auch Zeugen der Jungsteinzeit.

1297 wird das Dorf Witteroda erstmals erwähnt, vor 1524 wurde es aufgegeben. 1783 wird bestätigt, dass Spuren von Straßen und der Kirche, der Brunnen und die Linde bei der Schenke noch vorhanden gewesen seien. Ein Teil der Steine des Witterodaer Kirchturms wurden 1717/18 für den Neubau der Hohenfeldener Kirche verwandt. 1850 waren noch der Brunnen und auch die Trümmer der Kirche zu sehen. Beim Einebnen fand man den „Altar“ und den Fußboden der Kirche. Die Einwohner von Witteroda sollen nach Hohenfelden gezogen sein. Die Hohenfelder Einwohner nutzten bis weit in das 19. Jahrhundert hinein die Witterodaer Quelle als Viehtränke, den Bleichplatz und ernteten das Obst der ehemaligen Hausgärten.

Am Fuße des Riechheimer Berges lag einst das Dorf Oberhohenfelden, erstmals 1332 urkundlich erwähnt. Der Goldborn in unmittelbarer Nähe – verschiedentlich auch Lindenborn genannt – spendete das Wasser. Ältere Hohenfeldener erinnern sich, dass ihre Großeltern erzählten, dass aus dem Born die Hohenfeldener Kinder kommen. Zwei Linden markieren heute ungefähr die Ausdehnung der ehemaligen Ansiedlung. Früh-, hoch- und spätmittelalterliche Keramik belegt die Existenz Oberhohenfeldens vom 9. bis 15. Jahrhundert. Eine Kuh, sogar Pferde und später ein Traktor brachen in diesem Jahrhundert dort in verborgene Kellergewölbe ein. Teichreste sind im Gelände talabwärts festzustellen. Hier wurde das Wasser für das Betreiben der Hornmühle gestaut. Die Mühle wurde nach 1850 als Wohnsitz aufgegeben und der Müller zog mit seiner Familie ins Dorf Hohenfelden. Dort leben noch heute Nachkommen der Müllersfamilie.

Dicht unterhalb vom Stausee Hohenfelden liegt ein kleines Waldstück mit Resten einer Burgstätte. Die Enzenburg – auch Enzeröder Burg – lag hier auf einer sich in das Haubachtal erstreckenden Landzunge. Wälle und Gräben sind noch erhalten. In Urkunden wird sie oft als Weißenburg bezeichnet, später nach dem Forstort Taubenholz auch Taubenburg. Nur eine kleine Burg hatte auf dem Burghügel (Burgmotte) ihren Platz. Wohnturm und einige Anbauten standen hier. Das schmale Haubachtal wurde dicht unterhalb der Burg von einem hohen Damm – in Resten noch erkennbar – abgeriegelt. Er staute das Wasser im Umfeld der Burg. Die Herren von Enzenberg traten im Jahre 1372 mit einem Ludwig urkundlich erstmalig auf.